Waffenbesitzer

30. Juli 2009

Zugabe: AK 47

Abgelegt unter: Presseschau — webmaster @ 13:19

Andre Länder, andere Sitten: Während man in Deutschland beim Kauf eines Autos bestenfalls Fußmatten, einen Schlüsselanhänger oder ein Mäppchen für die KFZ-Papiere bekommt, macht dieser Autohändler in den USA ein viel lukrativeres Angebot.

27. Juli 2009

Terminhinweis: Podiumsdiskussion, Stuttgart 28.07. 18 Uhr

Abgelegt unter: Allgemein — webmaster @ 14:43

Podiumsdiskussion

mit den Bundestagskandidaten des Wahlkreises Stuttgart 1 (Süd)
zum Thema

Privater Waffenbesitz und Waffenrecht

28. Juli 2009
18.00 Uhr

Veranstaltungsort:
Zehntscheuer Stuttgart-Plieningen (Mönchhof)

Teilnehmer:
Dr. Stefan Kaufmann (CDU), Ute Vogt (SPD), Michael Conz (FDP), Michael Lateier (i. V: Cem Özdemir) (Grüne), Marta Aparicio (Die Linke)

Moderation:
Regine Warth, Stuttgarter Zeitung, Redaktion “Blick vom Fernsehturm”.

20. Juli 2009

Wir sind Weltmeister…

Abgelegt unter: Allgemein, Politik — webmaster @ 18:50

… doch unsere Erfolgssportler werden wohl nicht vor jubelnden Menschenmassen von Bundespolitikern und lokalen Größen auf publikumsumtosten Rathausbalkonen gefeiert.

Denn es ist die deutsche Paintball-Nationalmannschaft, die sich bei den World Games in Taiwan gegen 15 weitere Nationen im Kampf um den Paintball-Titel durchgesetzt hat. Bei den World Games kämpfen “nichtolympische Breitensportarten” um Sieg und Medaillen. In diesem Jahr über 4.000 Sportler aus 100 Ländern. Der Mannschaftssport, bei dem sich die Teams mit Farbmunition aus Luftdruckwaffen beschießen, ist in Deutschland umstritten. Ein vor zwei Monaten geplantes Paintball-Verbot hatte die Regierungskoalition wieder aus dem verschärften Waffenrecht gestrichen.

BILD: Sportschützen - Anschlag auf die Tour de France

Abgelegt unter: Allgemein, Presseschau — webmaster @ 10:10

Na gut, die Headline verzerrt. Bewußt! Aber man fragt sich schon, was uns der Autor von BILD und BILD-Onlline sagen will, wenn er schreibt: “Schon einen Tag vor dem Unfall-Drama schockiert ein Anschlag das Fahrerlager. 35 Kilometer vor dem Ziel in Colmar fallen plötzlich drei Schüsse.

Der dreimalige Weltmeister Oscar Freire (33) wird am Oberschenkel getroffen: „Ich habe plötzlich einen lauten Knall gehört, dann hat es auch schon sofort weh getan.“ Der Neuseeländer Julian Dean (34) bekommt einen Streifschuss an seiner linken Hand ab. Freires Teamarzt Dion van Bommel operiert im Ziel das Projektil heraus: „Wäre er im Gesicht getroffen worden, hätte er sein Augenlicht verloren.“ Die Waffe: Ein Luftgewehr, Kaliber 4,5 mm, ein Bleigeschoss. Eine Waffe, wie sie Sportschützen benutzen.

Hier wird in einen Kontext gesetzt, was nicht zusammen ghört. Denn das Kaliber 4,5 Millimeter, ist das Standard-Kaliber für freie Luftgewehre, wie sie zu zig millionenfach in Europas Schränken stehen.

Genauso gut könnte man also auch schreiben:

“Die Täter trugen Jeans, wie sie auch gerne von BILD-Redakteuren getragen werden.”

oder

“Die Täter fuhren in einem blauen BMW davon, wie er sich auch im Fuhrpark der BILD-Zeitung findet.” (sh)

13. Juli 2009

Die Lösung kann nicht ein Rundumschlag gegen Alles und Jeden sein

Abgelegt unter: Politik, Waffengesetz — webmaster @ 16:06

Ein Kommentar zur Abstimmung im Bundesrat über die Waffengesetz-Reform

von Horst Engel, innenpolitischer Sprecher der FDP-Landtagsfraktion NRW:

Bei aller Betroffenheit und bei allem Respekt vor den Opfern, Hinterbliebenen und Zeugen der schrecklichen Tat in Winnenden darf die Antwort der Politik hierauf keine Alibipolitik mit populistischen Forderungen und unsystematischen Gesetzesverschärfungen sein. Die Frage nach sinnvollen Möglichkeiten der Behebung etwaiger erkannter Informations- und Vollzugsdefizite ist immer zuerst zu stellen. Klar ist - bereits eine einzige Waffe fahrlässig verwahrt und in den falschen Händen kann großen Schaden, ja unendliches Leid anrichten. Im Fall von Winnenden war unstreitig die leicht verfügbare Waffe ein die Tat begünstigender Umstand. Die nun in der Gesetzesverschärfung vorgesehenen verdachtsunabhängigen Kontrollen und biometrischen Sicherungssysteme für Waffenschränke und Waffen lesen sich auf dem Papier für besorgte Bürger gut. Verständlich ist der Wunsch aller, nach Lösungen zu suchen, um eine Wiederholung einer solch unfassbaren Tat mit vielen Opfern, traumatisierten Zeugen und verbitterten Hinterbliebenen zu verhindern. Aber sie vergessen, dass Deutschland bereits heute über ein - zuletzt mehrfach verschärftes und im europäischen Vergleich sehr scharfes Waffenrecht verfügt, weshalb zumeist bei Amoktaten - so auch in Winnenden - ein klar gesetzeswidriger Umgang Ursache tragischer Umstände mit legalen Waffen war. Amokläufe, insbesondere an Schulen, fordern eine komplexe Betrachtung, nicht nur der Waffenverfügbarkeit, sondern auch des Faktors Mensch und seiner Unzulänglichkeiten. Und jeder muss sich bewusst sein, dass es einen hundertprozentigen Schutz gegen Amoktaten - ob mit Schusswaffe (Erfurt und Winnenden), Messer (Einweihung des Berliner Hauptbahnhofes) oder einem Fahrzeug (Amokfahrt in Apeldoorn) nie ganz geben kann! Wer meint, allein damit, das Waffengesetz zu verschärfen, sei es getan, irrt gewaltig. Verbote und verdachtsunabhängige Kontrollen in der eigenen Wohnung treffen gerade diejenigen vielen redlichen Waffenbesitzer, die bislang sehr sorgfältig und zuverlässig entsprechend der Gesetze mit legalen Waffen umgehen. Seien es Sportschützen, Jäger oder sonstige dazu berechtigte Personen.

Ein Tätigwerden der Waffenbehörde auch in Wohnräumen und gegen den Willen des Wohnrechtsinhabers zur Verhütung dringender Gefahren für die öffentliche Sicherheit ist bereits heute nach derzeitiger Rechtslage gemäß § 36 Abs. 3 Satz 3 WaffG zulässig. Künftig soll jedoch derjenige, der als Waffenbesitzer bei einer verdachtsunabhängigen Kontrolle den Zutritt zum Aufbewahrungsort der Waffen oder Munition wegen der zu respektierenden Unverletzlichkeit der Wohnung (Artikel 13 Absatz 1 GG) verweigert, wegen vermuteter Unzuverlässigkeit mit dem Widerruf der waffenrechtlichen Erlaubnis rechnen müssen. Dies stellt sich für den Waffenbesitzer mittelbar als gesetzlich erzwungene Zustimmung zu dieser Maßnahme und Unterlaufung des durch Art. 13 GG geschützten Selbstbestimmungsrechts des Wohnungsinhabers dar. Hingegen braucht die Polizei weiterhin einen Durchsuchungsbefehl zum Betreten von Wohnungen, wo illegale Waffen vermutet werden, mit denen die große Mehrzahl der Straftaten begangen werden. Auch das kostspielige Nachrüsten eines Waffenschranks nützt nichts, wenn der Waffenbesitzer seine Waffe - wie in Winnenden - nicht im bereits vorgeschriebenen Waffenschrank aufbewahrt.

Schließlich sind Ablenkungsmanöver wie die regelmäßige Verdammung von bestimmten Computerspielen wenig hilfreich. Verbote, deren Einhaltung nur schwer überprüfbar ist und Jäger, Sportschützen, Waffensammler und Computerspieler sämtlich - aufgrund des klaren Fehlverhaltens Einzelner - unter Generalverdacht stellt, müssen die Bürger kritisch aufhorchen lassen. Eine Politik der stetigen Gesetzesverschärfung, die lediglich geduldiges Papier bemüht, aber vergisst, sich um junge Menschen zu kümmern, ihnen gute Rahmenbedingungen zu verschaffen und individuell zu fördern und zu fordern, wird kläglich scheitern. Neben der Behebung etwaig erkannter Vollzugsdefizite brauchen wir eine “Kultur des Hinsehens” und müssen wahrnehmen, wenn junge Menschen sich absondern. Deshalb war es zum Beispiel in NRW umso wichtiger, viele neue Lehrerstellen zu schaffen, die Ursachen von Jugendgewalt zu erforschen und mit zahlreichen Maßnahmen zu bekämpfen sowie weitere Anstrengungen zugunsten der jungen Generation anzugehen. Hier liegt immer noch einiges an Arbeit vor uns. Wer sich als Politiker hinstellt und den Menschen vorgibt, umfassende Verbot seien die schnelle und wahre Lösung, der schiebt die Verantwortung auf andere ab. Deshalb wurde im Sinne der FDP-Landtagsfraktion in NRW die Gesetzesinitiative im Bundesrat von Regierungsvertretern aus NRW entsprechend kritisiert und dies protokolliert, auch wenn das Einspruchsgesetz und der weitergehenden Entschließungsantrag durch Enthaltung letztlich nicht verhindert werden konnte.”

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